Stimmstörungen (Dysphonie)

Die Stimme ist der Ausdruck unserer Persönlichkeit. Sie spiegelt unsere Stimmung wider. Am Klang der Stimme kann man feststellen, wie man „gestimmt ist“, oder sich fragen „Bin ich stimmig in mir?“ „Sage ich mit meiner Stimme das, was ich sagen will?“ Die Stimmtherapie ist daher ein ganzheitlicher Prozess mit dem Ziel, die Persönlichkeit zu entdecken, ihr Stimme und Ausdruck zu verleihen. Leib und Seele spielen hier gleichermaßen eine Rolle.

Die Behandlungsfelder bei Stimmstörungen sind: Organische Stimmstörungen, funktionelle Stimmstörungen, Stimmbeeinträchtigung bei Sprechberufen, Sprecherziehung, Prävention und schonender Stimmeinsatz.

Die Therapieinhalte sind Körpererfahrungen, Entspannungen, Stimmübungen zum physiologischen Stimmeinsatz und Gebrauch, Spaß am Umgang mit der eigenen Stimme entwickeln, experimentieren mit der Stimme, auf stimmliche Entdeckungsreise gehen.

  • eine verbesserte Körperwahrnehmung, Körperspannung, Körperhaltung
  • das Erlernen der physiologisch richtigen Atmung
  • die Arbeit an der Stimme und der Artikulation
  • gezielte stimmliche Leistungssteigerung z. B. bei Sprechberufen.

Schluckstörungen (Dysphagie)

Essen ist Lebensqualität und bietet die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben. Schluckstörungen sind ein schwerwiegender Verlust einer wichtigen Fähigkeit und trüben die Lebensqualität.

Schluckstörungen treten häufig nach Schlaganfällen auf. Aber auch durch neurologische Erkrankungen, wie z. B. MS, Parkinson, Demenzen.
Oder nach Tumoren und Bestrahlungen kann die Fähigkeit zum Schlucken beeinträchtigt sein. Durch Verschlucken gelangt Essen in die Luftwege mit dem Risiko von Infektionen der Lunge. In der Schlucktherapie gewinnen Patienten die verlorenen Fähigkeiten schrittweise zurück.

Durch individuelle Kostadaption und Kostaufbau, Kompensationen und gezieltes Schlucktraining wird die Nahrungsaufnahme aller Konsistenzen erleichtert oder auch vollständig wieder möglich. Die Therapie dient gleichzeitig dem Schutz der unteren Atemwege und trägt dazu bei, Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Durch gezielte Reiz- und Mobilisationstechniken wird eine Verbesserung der Mund- und Gesichtsmotorik erreicht. Ebenso werden in der Therapie die Verbesserung des Mundschlusses und der Speichelkontrolle erarbeitet.
Zur Schlucktherapie gehört auch die vorherige und begleitende ausführliche Beratung der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Trachealkanülen Management

Wird nach Kehlkopfoperationen aufgrund von Tumoren oder Unfällen das Tragen einer Trachealkanüle notwendig, so bedeutet dies einen tiefen Einschnitt in das Leben der Patienten. Gleichzeitig muss erlernt werden, den Umgang mit der Kanüle zu beherrschen.

Nur wenige Praxen sind auf die Betreuung von Patienten mit Trachealkanülen spezialisiert und haben Erfahrungen damit.

Eingehende Beratung ist hier sehr wichtig. In der Therapie werden wirksame Sprech- und Atemtechniken erlernt. Ebenso wird die Nahrungsaufnahme mit der Kanüle gemeinsam geplant und Schlucktechniken individuell erarbeitet und eingeübt.

Sprechstörungen (Dysarthrie)

Sprechstörungen sind eine Folge neurologischer Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose (MS) und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Chorea Huntington, demenzielle Erkrankungen, Unfällen, Lähmungen etc. Zu den Ursachen gehören auch Schlaganfälle, Tumore und Folgen der Bestrahlungen oder allgemein Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Anders als beim plötzlichen Sprachverlust (Aphasie) – z. B. durch einen Schlaganfall, nach einem Unfall oder einer OP – setzen Sprechstörungen bei neurologischen Ursachen in der Regel schleichend ein.

Sprechstörungen verursachen bei den Betroffenen Patienten oft einen nicht unerheblichen Stress, der die Symptome verstärken kann. Daher spielt auch in meiner logopädischen Therapie von Sprechstörungen das gesamte Befinden des Patienten eine wichtige Rolle.

Sprachverlust (Aphasie) nach Schlaganfällen oder Hirnblutungen

Durch einen Schlaganfall, Unfälle jeglicher Art mit Teilläsionen des Gehirns, Schädelhirnverletzungen oder Sauerstoffmangel im Gehirn kann die Fähigkeit zu sprechen teilweise oder ganz verlorengehen. Auch das Verstehen von Sprache sowie das Lesen und Schreiben kann oftmals stark beeinträchtigt werden (Alexie, Agraphie). Die Therapie, die sich meist über einen längeren Zeitraum erstrecken kann, hilft diese Fähigkeiten schrittweise wieder aufzubauen.
Ziel hierbei ist die Fähigkeit zur Alltagskommunikation und das Wiedererlangen und Bewahren von Alltagskompetenzen – auch zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

  • Entspannungsübungen
  • Aufbau einer guten Haltung als nötige Grundvoraussetzung für weitere Übungen
  • Verbesserung der Muskelkraft im Zungen- und Mundbereich
  • Atmung und Stimme
  • Die Betonung von Wörtern und Sätzen sowie die Sprechgeschwindigkeit

Sprechapraxien

Unter Sprechapraxie versteht man die Unfähigkeit, Laute willentlich zu produzieren. Das heißt, dass betroffene Patienten nicht in der Lage sind, Wörter oder Sätze zu bilden, obwohl sie genau wissen, was sie sagen wollen. Auch die Kontrolle der Mimik kann davon betroffen sein. Eine Apraxie kann durch verschiedene neurologische Erkrankungen (wie z. B. Schlaganfall, Tumore) oder Unfälle (Schädel-Hirn-Trauma) entstehen.

Die logopädische Therapie für die betroffenen Patienten besteht in gezielten Übungen zur Verbesserung der Laut- und Wortbildung in Verbindung mit dem Einsatz von Wahrnehmungshilfen sowie in Übungen zur Verbesserung der Koordination im Mundraum.

Redeflussstörungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Diese Sprechstörungen sind gekennzeichnet durch eine Störung des Sprechablaufs und können in Form von Stottern oder Poltern in Erscheinung treten. Die vom Stottern oder Poltern Betroffenen und ihre Angehörigen stehen dem Umgang damit in der Regel mit Hilflosigkeit und Scham gegenüber. Oft es ist ein Tabuthema und wird mitunter sogar als Behinderung wahrgenommen. Gerade Eltern fragen sich, ob und wo schuldhafte Ursachen dafür liegen.

Ein wichtiger erster Schritt ist das offene Gespräch und die eingehende Aufklärung über Ursachen und Therapiemöglichkeiten. Ein entspannter Umgang mit dem Stottern oder Poltern ist ein wichtiger Faktor zur Überwindung. Als ergänzende Hilfe zur Selbsthilfe hat sich auch die Zusammenarbeit mit der „Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V.“ gezeigt.

Stottern bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (Balbuties)

Stotternde leiden häufig unter einem großen Störungsbewusstsein. Stottern äußert sich in unfreiwilligen Wiederholungen von Wörtern, Silben oder Lauten, in Dehnungen von Lauten und/oder in Blockierungen von Wörtern. Häufigkeit und Schweregrad des Stotterns sind meist situationsabhängig und können phasenweise großen Schwankungen unterliegen. Als Begleiterscheinungen können das Einschieben von Füllwörtern, Satzabbrüche und -umstellungen, Sprechangst, Vermeideverhalten und Körpermitbewegungen und Anspannung auftreten. Diese Begleiterscheinungen resultieren aus dem Versuch, die eigentlichen Stottersymptome zu überwinden.

Stottern ist eine Redeflussstörung, die meist in den ersten Lebensjahren auftritt. Fünf Prozent aller Kinder beginnen zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr zu stottern. Stottern ist jedoch kein normales Phänomen der Sprachentwicklung, sondern beruht auf Veranlagung und genetischer Disposition. Eine spezielle Ursache für Stottern konnte bislang nicht herausgefunden werden. Eine Vielzahl unterschiedlicher, sich wechselseitig beeinflussender Faktoren kann die Ursache sein.

Jede Behandlung beinhaltet verschiedene Therapiebereiche. Am Anfang steht ein eingehendes Beratungsgespräch, in dem auch Empfehlungen für den Umgang mit dem stotternden Kind gegeben werden. Ebenso betrachten wir gemeinsam verursachende und aufrechterhaltende Faktoren für das Stottern. In der anschließenden Therapie erfolgt unter gezielter Anleitung eine schrittweise direkte Auseinandersetzung des betroffenen Kindes mit seiner Sprechstörung. Das Kind lernt, seine individuellen Symptome beim Stottern zu erkennen (Identifikation), seine Angst davor abzubauen, seine Sprechweise anzunehmen (Desensibilisierung) und mithilfe einer Sprechtechnik gezielt und bewusst zu flüssigerem Sprechen hin zu verändern (Modifikation) und diese veränderte Sprechweise mehr und mehr in den Alltag zu integrieren. Besonders wichtig für den Erfolg der Therapie ist die „Enttabuisierung“ des Stotterns. Je entspannter die Betroffenen und ihre Umgebung (vor allem die Familie) mit Sprechunflüssigkeiten umgehen, desto besser die Aussicht auf Besserung.

Poltern

Die Symptome des Polterns entstehen weniger beim Sprechvorgang selbst als vielmehr in dessen gedanklicher Vorbereitung. Aufgrund einer mangelhaften Integration aller Sprachelemente kommt es hierbei zu einer sehr schnellen, überhasteten Sprechweise mit Beschleunigungen des Sprechtempos innerhalb längerer Wörter oder Redewendungen. Die Aussprache klingt aufgrund diverser wechselhafter Artikulationsfehler häufig sehr undeutlich und verwaschen. Teilweise werden ganze Wörter, unbetonte Silben, Wortendungen oder Lautverbindungen ausgelassen, umgestellt oder miteinander verschmolzen. Die Sprechflüssigkeit ist durch Wiederholungen von Wörtern und Phrasen sowie durch Satzabbrüche und -umstellungen und das Einschieben von Füllwörtern herabgesetzt. Den Äußerungen fehlt teilweise der logische Zusammenhang, sodass der Zuhörer den Erzählungen nur mit Mühe folgen kann. Sehr selten besteht ein Störungsbewusstsein oder gar ein Leidensdruck bei Menschen, die poltern. Meist leidet eher die Umwelt unter der mangelhaften Verständlichkeit der Äußerungen. Im Gegensatz zum Stottern verbessert sich das Poltern durch Konzentration auf das Sprechen.

Die Ursachen des Polterns sind bislang noch nicht sicher geklärt. Man nimmt an, dass es auf Veranlagung beruht und minimale hirnorganische Störungen zugrunde liegen, durch die ein Missverhältnis zwischen der motorischen Sprechfertigkeit, dem Sprechtempo und Defiziten in der Wahrnehmung der eigenen Artikulation hervorgerufen werden.

Im Kindes- und Jugendalter wird Poltern in meiner Praxis durch gezielte Wahrnehmungsübungen in Bezug auf das Sprechmuster und die Einübung eines bewussten, kontrollierten Sprechens behandelt.

Kindliche Sprachentwicklungsstörungen

Die Störungsbilder in diesem Bereich sind Sprachentwicklungsverzögerungen und Sprachentwicklungsstörungen oder Dyslalien (ein Sammelbegriff für Störungen der Aussprache bzw. der Artikulation). Unterschieden werden hierbei phonetische Störungen (Sprechstörung, bei der die Aussprache betroffen ist) und phonologische Störungen (Sprachstörung, bei der das sprachliche Wissen, die Vorstellung davon, wie etwas klingen muss, betroffen ist).

Kinder brauchen gute Kommunikationsvoraussetzungen, damit sie ihre Bedürfnisse mitteilen und sich in ihrem Umfeld behaupten können. Um in der Schule Spaß und Erfolg zu haben, brauchen sie eine breite Basis für auditive Wahrnehmung, sicheres Verstehen und eigenes Reproduzieren des Verstandenen.
Um das zu erreichen, zielt mein Ansatz in der logopädischen Therapie auf die Stärkung des Selbstwertgefühls des Kindes und den Aufbau von Vertrauen in seine eigenen Kompetenzen. Dazu gehört auch eine intensive Beratung und Begleitung der Eltern ebenso wie die enge Zusammenarbeit mit Kindergarten oder Schule, falls dies gewünscht und erfolgversprechend ist.

Atemtherapie

Der Atem ist Kraftquelle und Ausgangspunkt zur Heilung vieler Krankheiten und Probleme. Menschen, die schnell ermüden und sich nicht belastbar fühlen, kann eine Atemtherapie wirksam helfen und zur Steigerung der Leistungsfähigkeit beitragen. Vor allem Asthmatiker oder Lungenerkrankte profitieren sehr von dieser hilfreichen Behandlung, die bisher leider nur von wenigen Ärzten verordnet wird. Hier reichen oft wenige Behandlungen, um eine spürbare Erleichterung zu erreichen.

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